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Unsere Antwort auf Umweltzeichen und Energielabels

Jeder kennt es: Man benötigt oder möchte ein neues Elektrogerät - also fängt man an zu recherchieren. Welcher Staubsauger passt zu mir? Wie groß soll mein neuer Fernseher sein? Oder wie viel Platz brauche ich überhaupt in meinem Kühlschrank?
Diese Informationen lassen sich heute ziemlich leicht in Erfahrung bringen. Doch was ist, wenn man ein besonders energiesparendes Gerät kaufen möchte, um etwas Geld zu sparen oder der Umwelt zu helfen?

In diesem Fall reichen die "harten Fakten" oft nicht mehr aus und man benötigt sogenannte Umweltsiegel und Energielabels. Diese geben Auskunft darüber, wie ökologisch, sicher oder effizient ein Gerät ist.

In diesem Blogpost haben wir die wichtigsten Kennzeichen und Gütesiegel zusammengefasst, damit du dich im Abzeichen-Dschungel besser zurechtfindest. Außerdem möchten wir dir unseren Smartscore vorstellen: Dieser hilft dir dabei, das ideale Gerät für dich und deinen Haushalt zu finden.

Die Umwelt- und Prüfsiegel

Der ENERGY STAR ist ein freiwilliges Kennzeichen, das in den USA und Europa an stromsparende Elektrogeräte vergeben wird. Anders als bei anderen Prüfsiegeln wird der ENERGY STAR von der amerikanischen Umweltbehörde, einer europäischen Kommission und diversen Experten vergeben. Die Messkriterien werden regelmäßig erhöht, sodass nur rund ein Viertel der Elektrogeräte diese Auszeichnung tatsächlich erhält.

Der TCO Standard ist Teil des schwedischen Non-Profit-Unternehmens TCO und gilt zusammen mit dem ENERGY STAR und dem Blauen Engel als das älteste bestehende Umweltlabel. Es wird vor allem an Geräte, aber auch an Möbel vergeben, die im Büro eingesetzt werden. Das Siegel zeichnet eine Vielzahl von Eigenschaften aus, wie zum Beispiel Langlebigkeit, Energieeffizienz, aber auch eine soziale und ökologische Produktion. Hierfür ist es wichtig zu wissen, welcher der vielen Prüfstandards verwendet wurde. Dies lässt sich einfach am Etikett ablesen. So wird beispielsweise der TCO'01-Standard nur für Mobiltelefone vergeben. Auch nach der Vergabe des Siegels wird das Produkt stichprobenartig geprüft. Nach einigen Jahren läuft das Abzeichen ab, sodass es sich jedes Produkt regelmäßig neu verdienen muss.

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Der Blaue Engel wird in Deutschland an Produkte und Dienstleistungen vergeben, die sich als besonders umweltschonend erweisen. Dieses Zeichen ist ebenfalls freiwillig und wird von mehreren Institutionen vergeben, hauptsächlich von staatlichen Ministerien. Dennoch sollte man beachten, dass der Blaue Engel nur bestimmte Eigenschaften eines Produktes auszeichnet und somit nicht nur 100% umweltfreundliche Produkte das Siegel tragen. Genauere Informationen dazu lassen sich aber immer unter dem Etikett nachlesen.

Das EU-Energielabel für Elektrogeräte

Das wohl bekannteste und wichtigste Mittel, um ein Gerät nach seinem Energieverbrauch zu bewerten, stellt das EU-Energielabel dar. Dieses wurde gezielt konzipiert, um die Kaufentscheidung zu erleichtern, indem es Auskunft über die Energieeffizienz eines Geräts gibt und dabei möglichst einfach zu verstehen ist. Zu diesem Zweck wurden die Klassen aus dem britischen Schulnotensystem abgeleitet, wobei A für die beste Klasse und G für die schlechteste steht.

Im Grunde wird der Energieverbrauch eines jeden Gerätes mit dem eines fixen Referenzgerätes verglichen - aus der Abweichung zu diesem ergibt sich dann die Effizienzklasse.

Dennoch unterscheiden sich die Formeln für die Energieeffizienzklasse von Geräteklasse zu Geräteklasse. Bei Fernsehern wird zum Beispiel der Energieverbrauch pro Quadratzentimeter des Bildschirms mit dem Referenzgerät verglichen, wohingegen bei Waschmaschinen der jährliche Verbrauch geschätzt wird. Hierzu wird immer von 220 Vollwaschgängen mit denselben drei Standard-Waschprogrammen ausgegangen. Außerdem gibt es bei jeder Geräteklasse viele weitere Eigenschaften eines individuellen Geräts, die berücksichtigt werden. So werden beispielsweise verschiedene Klimazonen in Kühlschränken oder verschiedene Komponenten in Fernsehern mit in die Bewertung einbezogen.

Da aber die meisten Referenzgeräte schon 1998 definiert wurden, schafften es in den letzten Jahren immer mehr Geräte in die Klasse A. Deshalb erweiterte man später die Klasse A um drei weitere Abstufungen: A+, A++ und A+++.

Trotz der Mühen, so viele Faktoren und Eigenschaften in die Berechnung miteinfließen zu lassen, bringen die Siegel und Abzeichen auch einige Nachteile mit sich, die beachtet werden müssen. Zum einen ist das EU-Energielabel verpflichtend für alle Geräte bestimmter Geräteklassen. Dies soll die Hersteller zwar dazu veranlassen, in effizientere Technologien zu investieren, überlässt ihnen dabei aber die Prüfung ihrer eigenen Produkte selbst. So wurde durch Stiftung Warentest bekannt, dass manche TV-Hersteller ihre Geräte per Standardeinstellung zu dunkel konfigurieren. Dies spart zwar Strom und verbessert somit die Energieeffizienzklasse des Gerätes, jedoch erkennt man in hellen Räumen das Bild nur noch sehr unklar.

Zum anderen veraltet die Klassifizierung zunehmend, wie oben schon erwähnt. Ein Produkt, welches in die Klasse A eingestuft wird, wird auch immer in dieser bleiben, solange das Gesetz nicht angepasst wird.

Unser Smartscore

Nach langer Recherche ist uns aufgefallen, dass es unglaublich schwer ist, eine Formel zu entwickeln, die gleichzeitig universell einsetzbar, fair und dabei so einfach und vergleichbar wie möglich ist. So haben wir uns sehr genau mit den Stärken und Schwächen der bestehenden Bewertungsmethoden beschäftigt, um dir eine präzise, transparente und verständliche Möglichkeit zu bieten, das beste und effizienteste Gerät zu finden. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass unser umfangreicher Datensatz und unsere Kompetenz im Bereich Data Science es uns ermöglicht, genau das zu erreichen.

Sucht man auf den bekannten Online-Shopping-Seiten nach dem Energieverbrauch eines Geräts, erhält man einen bunten Mix aus Watt-Angaben, Daten zu kWh/Jahr und verschiedenste Verbrauchszahlen, die sich nach Produkten, Funktionen oder Programmen unterscheiden. Ziemlich kompliziert.

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Doch das muss nicht sein. Um einen Wert zu schaffen, der über eine Gerätekategorie wie zum Beispiel "Fernseher" hinweg vergleichbar ist, reichen schon relativ wenige Parameter aus. So errechnen wir ausgehend vom jährlichen Stromverbrauch pro Gerät den Verbrauch eines Quadratzentimeters des Bildschirms im laufenden Betrieb pro Stunde. Der Smartscore bildet sich nun aus diesem Wert in Relation zu dem Verbrauchsmedium der Gerätekategorie. Wenn der Verbrauch also geringer ist als bei den schlechtesten 50 % aller Geräte, so befindet sich der Wert zwischen 0 und 10. Das Gerät verbraucht dann weniger und ist somit besser - die Wertung 10 stellt die beste dar. Ist der Verbrauch schlechter, so liegt der Smartscore unter 0. Dieses Vorgehen bietet einen entscheidenden Vorteil: Der Smartscore ist flexibel. Zum Beispiel kann ein neuer Fernseher einen guten Smartscore bekommen, der sich aber mit den Jahren verschlechtert, da neue Technologien auf den Markt kommen, die möglicherweise noch energieeffizienter sind.

Doch neben dem Ermitteln des Smartscores ziehen wir noch einen weiteren wichtigen Nutzen aus diesem Wert: Zusammen mit deinem individuellen Nutzerverhalten können wir durch unser Modell eine noch besser auf dich zugeschnittene Prognose erreichen und das perfekte Gerät für dich finden.

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