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Energieeffizient kochen: So funktioniert's!

Ganze 35,10 Millionen Menschen in Deutschland kochen regelmäßig selbst (Stand 2017, AWA). Den wenigsten ist dabei bewusst, dass 10 % des Energieverbrauchs im Haushalt genau dafür verbraucht werden. Jedoch ist es ganz einfach, Strom und Kosten einzusparen - ohne dabei auf den Genuss verzichten zu müssen.

1. Finde den Richtigen

Strom sparen beim Kochen ist kein Hexenwerk - auf den richtigen Topf kommt es an. Gute Töpfe erkennt man an ihrem glatten Boden, der sich nach innen wölbt. Diese Wöblung dehnt sich auf der erhitzten Herdplatte aus, sodass der Topf diese flächig bedeckt. Durch den besseren Kontakt kann die Wärme so vollständig ausgenutzt werden. Bei wackelnden Töpfen, die sich nicht ausdehnen wollen, verpufft wertvolle Energie unnötig, was sich auch in der Stromrechnung bemerkbar macht.
Beispielsweise Alutöpfe erhitzen sehr schnell, während der Gusstopf zwar etwas länger braucht, aber die Wärme umso besser gehalten wird. Die Herdplatte kann somit schon früher wieder ausgeschaltet werden.
Für alle Ungeduldigen lohnt sich ein Schnellkochtopf. Dieser verbraucht sogar bis zu 50 Prozent weniger Strom.

Wichtig ist außerdem, dass der Topf die Herdplatte bedeckt - bei jedem Zentimeter, der einem zu kleinen Topf fehlt, fallen 20 bis 30 Prozent mehr Stromkosten an. Aber auch zu große Töpfe ziehen Nachteile mit sich: Hier verlängert sich die Garzeit, was nicht nur ungeduldigen Hunger, sondern auch den Energieverbrauch fördert.

2. Für jeden Topf einen Deckel

Und dieser muss auch passen! Durch zu große oder zu kleine sowie gekippte Deckel wird die doppelte Menge an Energie benötigt. Ganz ohne Deckel darf man sogar
mit dreifachem Energieverbrauch rechnen. Wer das Essen trotzdem im Blick behalten will, kann auf durchsichtige Deckel zurückgreifen.

Zudem ist es oft sinnvoll, wirklich nur so viel Wasser wie nötig zu verwenden. Und das sind beispielsweise bei Eiern und Gemüse nur ein paar Fingerbreit. Nicht nur bleiben dadurch wichtige Vitamine besser erhalten, auch dauert es nicht so lange, bis das Wasser erhitzt ist.

3. Gib Gas

Laut der Stromsparinitiative nutzt der Elektroherd gerade mal 30 Prozent der Primärwärme aus. Beim Gasherd sind es ganze 58 Prozent, also beinahe doppelt so viel. Außerdem - so ein Gasherd sieht eh viel cooler aus.
Ein Mittelweg sind Induktionsplatten: Auch diese sind wesentlich effizienter als Elektrokochfelder.

4. Nur heiße (Um-)Luft

Wer die Möglichkeit hat, mit Umluft zu backen, sollte dies unbedingt tun. Denn dabei wird mit ca. 30 Grad weniger geheizt als bei Ober-/Unterhitze. Dies spart im Schnitt 40 Prozent Energie ein.

5. Gib mir den Rest

Nicht nur beim Kochen in Topf oder Pfanne, sondern auch beim Backen im Ofen ist es sinnvoll, die Restwärme auszunutzen. Durch das vorzeitige Ausschalten des jeweiligen Geräts kann massig Energie gespart werden. Bei einer Zubereitungszeit im Ofen ab 40 Minuten können die letzten 10 Minuten vollends durch die Nachwärme aussgeschöpft werden.
Auch auf Vorheizen kann häufig verzichtet werden. Denn die Energie, die hier erzeugt wird, verpufft ins Leere. Natürlich kommt es auf's Gericht an: Ist wie bei einem Auflauf zum Beispiel eine knackige Kruste gewünscht, ist das Vorheizen sinnvoll. Doch gerade bei Fertiggerichten, auf deren Zubereitungsanleitung nicht selten minutenlanges Vorheizen empfohlen wird, wird dadurch häufig kein Mehrwert geliefert. Fürs Kochen gilt oft das gleiche Prinzip: Nudeln oder Reis können direkt mit dem Wasser erhitzt werden. Bei der Kochzeit muss man auch hier nicht mit Abstrichen rechnen, denn sobald das Wasser kocht, brauchen die Nudeln nur 5 anstatt wie nach Anleitung 10 Minuten.

6. Es sind die kleinen Dinge

Sich ein paar kleine Helfer für den Küchenalltag anzuschaffen, kommt nicht nur unserer Zeit zu Gute. Beispielsweise ist es durchaus energieeffizient, wenn man das Wasser im Wasserkocher statt im Topf zum kochen bringt. Auch beim Essen aufwärmen oder auftauen ist es sinnvoll, zur Mikrowelle zu greifen. Diese punktet durch geringeren Wärmeverlust und ist dabei auch noch viel schneller als der Herd oder Ofen.
Um Energie zu sparen kann man außerdem Brötchen auf dem Aufsatz des Toasters aufbacken, denn hier werden ganze 70 Prozent weniger Energie benötigt, als beim Aufbacken im Ofen. Ein weiteres Beispiel sind Eierkocher - auch diese fressen nur halb so viel Energie, wie der Topf auf der Herdplatte.

7. Alles elektrisch - muss das sein?

Gelegentlich lohnt es sich, sich selbst auf die Finger zu schauen. Und zu überlegen, ob wir wirklich alle Küchenhelfer in elektrischer Form brauchen - sei es die elektrische Saftpresse oder der elektrische Dosenöffner. Bei einem Neukauf mag es also sinnvoll sein, zweimal zu überlegen: Brauche ich das wirklich?


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