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#MoveTheDay: Wie du den Earth Overshoot Day verschieben kannst

Wir hören es jedes Jahr aufs Neue und jedes Mal fühlt es sich an wie ein unerwarteter, heftiger Schlag in die Magengrube: Der Earth Overshoot Day ist erreicht. Und das schon wieder etwas früher, als im Vorjahr. Dieses Jahr fiel er auf den 01. August - während der Welterschöpfungstag im Jahr 2008 'erst' am 23. September erreicht war.
So überraschend sich diese Nachricht anfühlen mag, so sehr hätten wir sie kommen sehen können: Welchen Beitrag hast du vergangenes Jahr geleistet?

Was ist der Earth Overshoot Day eigentlich?

Der Earth Overshoot Day erinnert uns daran, dass an diesem Tag die natürlichen Ressourcen für das gesamte Jahr bereits aufgebraucht sind. Das bedeutet, dass wir der Erde mehr abverlangt haben, als sie eigentlich liefern kann - weit mehr, als dass sie sich innerhalb eines Jahres regenerieren könnte. Dazu zählen sauberes Wasser, Rohstoffe, Wälder, Äcker, Fische - die Liste ist endlos.

In den letzten Jahren rückte der Earth Overshoot Day unaufhaltbar immer weiter nach vorne, denn immer mehr natürliche Ressourcen werden jährlich verbraucht. Mittlerweile bräuchten wir 1,7 Erden, um unseren aktuellen jährlichen Konsum abzudecken.

Problemzone Konsum

Auch wenn Deutschland seinen ökologischen Fußabdruck seit 2000 um 8 % verringern konnte, erreichten wir den Welterschöpfungstag in unserem Land bereits im Mai - noch vor Jahreshalbzeit. Wir bräuchten 3 Erden, wenn die ganze Welt leben würde wie die deutsche Gesellschaft. Würde jeder Mensch konsumieren wie die US-Amerikaner, wären es ganze 5 Erden. Essen, Papier, Kleidung, Energie - die Liste ist noch wesentlich länger. Doch vergisst man im Alltag zwischen all den reizvollen Angeboten schnell: Der Teufel sitzt in unserem unbedachten Konsum.

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Was du ab sofort tun kannst!

Unser Konsumverhalten zu ändern wäre ein riesengroßer Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Oft scheint es für den Einzelnen unvorstellbar, dass er etwas gegen ein derart gigantisches Problem tun kann. Doch genau da liegt der Anknüpfungspunkt! Den eigenen, persönlichen Fußabdruck zu verkleinern, so gut es geht. Und darauf aufmerksam zu machen, und zwar nicht nur an dem Tag, an dem uns für 24 Stunden die Scheuklappen von den Augen fallen. Sondern das ganze Jahr über.

Du bist am Zug

Würde die gesamte Welt den Automobilverkehr um die Hälfte verringern und mehr auf Zug, Fahrrad und Co. oder auch mal auf Carsharing zurückgreifen, könnte man den Earth Overshoot Day wieder um etwa 12 Tage nach hinten verschieben. Dabei ist es doch wesentlich entspannter, im Zug eine Folge Netflix zu schauen, etwas zu lesen oder beim Carsharing ein bisschen mit dem Beifahrer zu quatschen.

Besser essen

Und das hilft nicht nur dem großen Ganzen, sondern ist auch für den Körper gesund. Lass Obst und Gemüse die Hauptrolle auf deinem Teller spielen. Versuch doch beispielsweise mal, deinen Fleisch- und Milchkonsum zu reduzieren und öfter mal auf vegetarisch zu setzen. Denn die Produktion von Fleisch und Milch machen ganze 40 % der Treibhausgase aus, die durch Ernährung verursacht werden.
Und es gibt noch mehr Faktoren: Lebensmittel mit Bio-Siegel kaufen, saisonal und regional essen, auf Leitungswasser setzen. Würden außerdem alle Menschen halb so viel Müll durch Lebensmittelabfälle produzieren und eine Ernährung mit geringerem ökologischen Fußabdruck führen, dann könnten wir den Erdüberlastungstag um 38 Tage zurückdrängen.

Digital statt Print

Die Wälder sind für uns überlebenswichtig - doch werden diese nach wie vor flächendeckend abgeholzt. Kein Dünger der Welt schafft es, die Bäume nur annähernd schnell genug wieder nachwachsen zu lassen. Deshalb hilft es, wenn jeder beginnt Papier zu sparen, zum Beispiel indem man es doppelseitig bedruckt. Aufsätze nicht immer ausdruckt, sondern auch mal digital liest. Recyclingpapier kauft. Dokumente, die man nicht mehr braucht, als Schmierpapier verwendet. Auf das Siegel "Blauer Engel" bei Recyclingpapier und auf das "FSC"-Siegel bei Frischfaserpapier achtet. Bestimmt fallen dir noch weitere Möglichkeiten ein, den Papierverbrauch zu mindern.

Planet gegen Plastik

Wir wissen mittlerweile alle: Plastik ist nicht gut für unsere Welt. Doch stecken die Plastikpartikel in mehr Produkten, als wir glauben. Und oft wissen wir das gar nicht. Während sich wiederverwendbare Einkaufstaschen immer mehr durchsetzen und beispielsweise auch wiederverwendbare Coffee-to-go-Becher an Popularität gewinnen, gibt's noch ein paar mehr Dinge, bei denen wir zweimal hinschauen sollten. Z.B. steckt in vielen Kosmetikartikeln und Kleidungsstücken Plastik. Über unseren Konsum landen die schädlichen, ökologisch nicht abbaubaren Stoffe beispielsweise im Meer oder im Grundwasser oder werden zur Entsorgung verbrannt. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

Entlastungsfaktor Energie

Wusstest du, dass etwa zwei Drittel der erzeugten Energie nicht genutzt wird, sondern nur als Wärme verpufft?
Natürlich setzen wir uns mit dem Thema Energie sparen besonders auseinander - denn genau darauf zielt ab, wofür wir uns tagtäglich mit Leidenschaft engagieren - Smartricity.
Doch gibts darüber hinaus noch weit mehr, was man tun kann. Die einfachsten Tipps zum Energiesparen im Alltag haben wir in Teil 1 und Teil 2 auf dem Blog zusammengefasst - und auch beim Kochen kann man massig einsparen, ohne sich einschränken zu müssen. Aber auch Wasser zu sparen und nachhaltig zu reisen wirkt wie Balsam für den Planeten.

Die Liste, wie jeder Einzelne sofort etwas verändern kann, ist noch sehr viel länger. Werde z.B. zum Müllsammler für einen Tag, starte eine Diskussion über das Thema. Lass das Loch im Hemd nähen, anstatt dir ein neues zu kaufen. Versuch mal eine vegetarische Woche.
Es hilft, sich die 5 R's hin und wieder mal ins Gedächtnis zu rufen:
Refuse, reduce, reuse, repair, recycle.

Die Zukunft unseres Planetens und seiner Bewohner liegt in unseren Händen. Vielleicht konnten wir dir ja einen kleinen Denkanstoß geben. Hast du vielleicht noch einen guten Tipp, wie man dem Klimawandel entgegenwirken kann? Und hast du Lust auf eine Blogpostreihe, bei der wir auf die einzelnen Themen näher eingehen?

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