Vor einer Woche jährte sich das von der EU-Kommission beschlossene Glühbirnen-Verbot bereits zum zehnten Mal. Die damals getätigten Hamsterkäufe sind in den meisten Haushalten aufgebraucht, die Wut über den Beschluss verflogen und die Trauer um die "gute alte Glühbirne" ist überwunden - dank einem großen Entwicklungssprung der LED-Technologie.

Die Öko-Design-Richtlinie

Die Öko-Design-Richtlinie regelt Anforderungen an die Energieeffizienz. Durch die Bestimmungen sollen nach und nach alle Produkte vom Markt verschwinden, die besonders viel Strom fressen und somit unsere Umwelt belasten. Da die klassische Glühbirne lediglich 5 Prozent der aufgewendeten Energie zur Lichtgenerierung nutzt und den Rest als Wärme verpuffen lässt, ist das Verbot dieses Stromfressers keine Überraschung. Durch die Verbote soll nach Angaben der EU-Kommission Energie in Höhe des gesamten Jahres-Stromverbrauchs eines Landes wie Rumänien eingespart werden. Dabei erfolgte die Umsetzung damals stufenweise. Zuerst verschwanden Glühbirnen mit mehr als 100 Watt vom Markt. Anfang 2010 folgten alle Glühlampen mit mehr als 40 Watt und zwei Jahre später dann all diejenigen, die noch schwächer sind. Viele wurden damals von der Regelung überrumpelt und kauften etliche Glühbirnen auf Vorrat. So wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2009 fast zehn Millionen Glühbirnen mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Auch Halogenlampen, auf die viele Deutsche zuerst auswichen, halfen der Strombilanz wenig. Sie erzeugen, ähnlich wie die Glühlampen, mehr Hitze als Strom und sparen nur rund 30 Prozent Energie ein. Deshalb dürfen seit September 2018 die meisten Halogenlampen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden, mit Ausnahme derer, die über der Energieeffizienzklasse B liegen.

Die Lösung: LED

Während die LED-Lampe damals noch kalt, grell und unausgereift war, steht sie der Glühbirne heute in nichts mehr nach. Ganz im Gegenteil: Durch ihre längere Brenndauer und dem Leuchten in den verschiedensten Farbspektren ist sie ein echter Allrounder. Auch sind die anfänglich teuren Preise laut Angaben der EU-Kommission zwischen 2010 und 2017 um 75 Prozent gefallen. Und das Beste: Sie spart zwischen 70 und 90 Prozent an Energie gegenüber einer Glühbirne. Für einen Durchschnittshaushalt bedingt dies eine Einsparung von 80 bis 90 Euro im Jahr. Auch halten sie mit einer Brenndauer von 50.000 Stunden bis zu 25.000 Stunden länger als die Vorgänger-Lampen.

Für alle Nostalgiker, die sich mit dem Glühbirnen-Verbot nicht abfinden können, lohnt sich ein Blick in den Kühlschrank oder den Backofen. Denn dort dürfen durch Ausnahmeregelungen auf LED-Lampen verzichtet werden, da diese den extremen Temperaturen auf Dauer noch nicht standhalten.

Finde deine perfekte LED

Für große Verwirrung sorgt, dass statt Watt inzwischen Lumen, für die Leuchtkraft, und Kelvin, für die Farbtemperatur, gelten. Während man früher sehr leicht von der Leistung einer Lampe auf ihre Helligkeit schließen konnte, geht das bei der LED nicht mehr. Als grobe Faustformel empfiehlt die Verbraucherzentrale Hamburg, die Lumen-Angabe durch zehn zu teilen. So ergibt sich der grobe Watt-Wert. Demnach entsprechen 700 Lumen in etwa der Helligkeit einer alten 60-Watt-Glühbirne und leuchten einen 20-Quadratmeter-Raum gut aus. Für eine angenehme Arbeitsatmosphäre in Büros empfiehlt sich neutralweiß oder tageslichtweiß, in Kelvin bedeutet das 3.500 bis 6.000 Kelvin. Warmweiß (2.7000 bis 3.000 Kelvin) ähnelt der Farbtemperatur einer herkömmlichen Glühbirne und sorgt für gemütliches Licht - perfekt für Wohn- und Schlafräume. Generell empfehlen Lichtdesigner ein bläulich gefärbtes Licht zum Aufwachen und ein rötlich gefärbtes Licht zur Entspannung.

Der Erfolg des Glühbirnen-Verbotes

Obwohl die Nachfrage nach Licht und auch die Benutzung immer mehr steigt, konnte der Stromverbrauch um 16 Terawattstunden gesenkt werden. Umgerechnet zehn 800-Megawatt-Kraftwerke könnte man so abstellen und dadurch circa 15 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 weniger in die Atmosphäre blasen. Für Deutschland im speziellen liegen konkrete Zahlen und Prognosen vor, die den sinken Stromverbrauch bei der Haushaltsbeleuchtung belegen. Von 2008 bis 2015 ist er absolut um rund ein Viertel von 12.2 Terawattstunden auf 9,3 Terawattstunden zurückgegangen. Damit hat Deutschland seinen Beitrag von umgerechnet etwa 3,5 Terawattstunden schon fast erfüllt. Bis 2020 fehlt nur noch rund eine halbe Terawattstunde.


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